Auszeit oder Trennung?

Auszeit oder Trennung?

Beziehungspause oder Trennung?

Bei all den komplexen, stressigen und bewegenden Dingen, die unser Leben täglich auf die Probe stellen, ist es nicht ungewöhnlich, dass sich so manch einer einmal eine Pause von seinem/seiner Partner/in wünscht.
Wenn Du Dich aktuell persönlich zu diesem Personenkreis zählen solltest, Du immer öfter mal darüber nachdenkst, Dir eine Auszeit von Deinem/Deiner Partner/in nehmen zu wollen, OHNE an das Ende Deiner Beziehung zu denken, bedeutet es doch, dass Du ein Problem hast. Natürlich bedeutet mal eine kleine Auszeit nicht zwangsläufig gleich das Ende einer Beziehung.
Doch schon der Gedanke, der sich in Deinem Unterbewusstsein einzunisten scheint, Dir mal eine Auszeit von Deiner Partnerschaft zu wünschen, ist meistens ein eindeutiges Zeichen dafür, dass es offenbar wirklich tiefgreifendere Probleme in Deiner Beziehung gibt. Und die solltest Du lösen wollen. 

Die Wahrheit liegt im Kern der Sache

Immer öfter fragst Du Dich, warum der Wunsch einer Beziehungspause in Dir ständig größer wird? Was ist eigentlich der Grund dafür? Du weißt nur, Du willst endlich wieder einmal nur für Dich sein. Natürlich ist Dir bewusst, dass Dein Partner das sicher nicht witzig finden wird, von Dir verlassen zu werden. Auch wenn Du denkst, es ist ja nur für eine kurze Zeit, eine Pause. Das dient oft auch nur der Selbsttäuschung. Damit kann man sich schleichend aus einer festen Bindung verabschieden,  ohne sich mit all den Folgen einer endgültigen Trennung auseinandersetzen zu müssen. Doch Dein Partner wird spüren, dass hier scheinbar das Ende Eurer Beziehung eingeläutet wird.

Anstatt die Tür endgültig zuzuschlagen, ist eine Beziehungspause eigentlich nur eine Taktik, sich langsam aus einer Beziehung herauszuwinden. Gerade aufgrund aller Ängste und Unsicherheiten, Diskussionen und eventuellen emotionalen Entgleisungen des Partners bei einer Trennung, wird gerne die Beziehungspause vorgeschoben. Oft sind sich die Personen, die von einer Pause sprechen, selbst noch nicht vollkommen bewusst darüber, was der eigentliche Grund für diesen Wunsch darstellt. Durch eine schleichende Trennung geht man bequemer unangenehmen Fragen aus dem Wege. Allerdings ist diese Methode dem verlassen Partner gegenüber nicht wirklich fair. Schließlich hat man mal behauptet, diesen Menschen zu lieben. Plötzlich scheint es diese Liebe nicht mehr zu geben. Für den Partner, der auf der anderen Seite der Beziehung zurückbleibt, ist diese angebliche Pause wie eine emotionale Folter, da er nicht weiß, woran er wirklch ist. Und so ein Verhalten zeugt auch von Feigheit und Respektlosigkeit. 

Ich nehme mir heute einmal die Zeit, Dir hier einen guten Mittelweg aufzuzeigen, der hilfreich sein könnte – für Euch BEIDE!
In meinem Artikel will ich Dir das Verständnis vermitteln, wann man eine Auszeit in der Beziehung ausrufen sollte und vor allem, wie man es machen sollte.
1. Sei ehrlich mit Dir selbst

Du hast Dich entschieden, eine Beziehungspause zu machen. Okay! Dann sei aber erst einmal ehrlich zu Dir selbst, warum Du Dich so fühlst, wie Du Dich aktuell gerade fühlst. Was geht innerlich in Dir vor wenn Du an ihn oder sie denkst? Obwohl es nicht verkehrt ist, mitten in der Ungewissheit einen emotionalen, wie auch persönlichen Abstand vom Partner zu nehmen, solltest Du zuerst einmal die Kommunikation zum Partner suchen. Du solltest Dich zunächst erst einmal selbst öffnen und zusammen mit Deinem Partner versuchen, die Dinge, das Beziehungsproblem als Team zu lösen. Das ist absolut notwendig, bevor Du überhaupt zu dieser weitreichenden Entscheidung greifst, die Pause als „vorletztes“ Mittel zu nehmen.

Natürlich kann es das eine oder andere Mal einen triftigen Grund geben, nach diesem probaten Mittel zu greifen. Wenn beispielsweise Untreue des Partners vorliegt oder eine heftige Lüge plötzlich ans Licht kommt, oder wenn Gewalt die Beziehung belastet. Wobei ich hier einmal klar und deutlich sagen will, dass Gewalt grundsätzlich nichts in einer Partnerschaft oder Ehe verloren hat. In so einem Fall hilft keine Pause, sondern nur die Trennung. Dem einmal fremd gegangen zu sein, muss ja nicht zwangsläufig eine Wiederholung folgen. Hier kann ein Warnschuss in Form einer kurzfristigen Trennung oft hilfreich sein. Aber egal, was vorgefallen ist, Gewalt schließe ich hier aus, sollte man doch zuerst das Gespräch suchen. Zu viele Paare kommunizieren über Probleme zu wenig oder zu aggressiv. Darum ist hier ein Coach als erster Gesprächspartner durchaus ratsam. Um erst einmal Dampf aus dem prallen Wutkessel zu lassen.

Generell gilt: So eine Entscheidungen zu treffen, die bei Deinem aktuellen Freund/Freundin/Ehepartner schnell ein traumatisches Erlebnis verursachen kann, erfordert Raum und Ruhe, um Gedanken zu sortieren, eine Effekthandlung auszuschließen. Tja!... Darum ist manches Mal eine Beziehungspause der beste Weg, um sich wirklich über die Situation und die Folgen der Sache oder die Folgen einer Trennung in Ruhe Klarheit zu verschaffen. 

Eine Pause als billiges Mittel zu nutzen, um den Wunsch nach einer endgültigen Tennung zu kaschieren, ist jedoch nicht die beste oder fairste Vorgehensweise, besonders dann nicht, wenn Dein/e Partner/in Dir vertraut und an Dich glaubt, wenn Du aktuell eigentlich nur mit Deinen Gefühlen im Clinch liegst. Ich weiß, Ehrlichkeit erfordert Mut.

2. Konfrontiere sie oder ihn mit dem Problem

Meine persönliche Meinung zum Thema Pause statt Trennung, wenn Trennung statt Pause gemeint ist: Das ist leider oft nur der Weg des Feiglings, der egoistisch versucht, sich so aus einer Beziehung mit Hinterlist zu schleichen, ohne großen moralischen Kraftaufwand betreiben zu müssen. Jeder Duskussion somit aus dem Wege zu gehen, obwohl der Partner ein Recht auf eine ehrliche Ausklärung hat und auch verdient. Klar ist es leichter und einfacher, sich mit der Ausrede einer Pause aus einer Beziehung zu lösen, anstatt eine endgültige Entscheidung zu treffen. Doch das ist feige und unfair. Man geht somit unangenehmen Gesprächen  mit dem Partner aus dem Wege, während der Partner vielleicht gerne die Chance erhalten haben wollte, die Probleme gemeinsam zu bearbeiten und zu lösen, falls eine Chance bestünde. 

Besser wäre, man macht sich einen Zettel mit allem, was einem in der aktuellen Beziehung schwer auf die Nerven geht, einen stört, man nicht länger ertragen will, wie man sich seine eigene Zukunft eher vorstellt. Alles, jede Kleinigkeit notieren, besonders was die Gefühle für den Partner betrifft und dann den Partner zu einem ernsten Gespräch heranziehen. Wenn der nicht bereit ist, an der Beziehung zu arbeiten, Dir nicht zuhören will, kannst Du immer noch die Notbremse ziehen und sagen, ICH VERLASSE DICH. Aber Du solltest immer versuchen, vor einer Trennung die KARTEN offen auf den Tisch zu legen und natürlich dabei auch Fragen stellen, die sich eventuell sowohl für Dich, als auch für sie oder ihn, unangenehm anfühlen. Einfach so abhauen ist keine Lösung! Und was noch wichtiger ist: Eine Beziehungspause kann, muss aber nicht eine Lösung bringen. Das schreibe ich Dir auch aus persönlicher Erfahrung. Es ist wichtig, wichtige Informationen weiter zu geben und zu erhalten. Es ist wichtig auch zuzuhören! Deinem Partner, Deiner Partnerin, welche Dir vielleicht Dinge sagen wird, die Dir in dem Moment vielleicht nicht so in den Kram passen.

Letztendlich ist es an der Zeit, einen Dialog zu beginnen! Wenn Du einmal versucht hast, Deine Probleme zwischen Dir und ihm oder ihr zu bearbeiten und/oder wenn du die Entscheidung getroffen hast, dass dies eben keine Zeitverschwendung, sondern eher Teil eines größeren Umgruppierungsprozesses ist, dann ist es Zeit für neue Regeln.

3. Die Regeln besprechen

Wenn Ihr Euch entschieden habt, dass eine Beziehungspause die beste vorläufige Lösung der Bierziehungsprobleme darstellt, um sich und er Beziehung am Ende noch eine Chance zu geben, die Beziehung zu retten, sind Regeln zu beachten. Es sollten Regeln der Pause besprochen werden, um weitere Verwirrung auf der ganzen Linie zu vermeiden. Ich höre & lese häufig von Paaren, die eine Pause machten, wieder zusammenkamen, dann enttäuscht feststellen mussten, dass der andere während der Pause mit anderen Leuten des jeweils anderen Geschlecht ausgegangen war und / oder geschlafen hat.

Eine Beziehungspause sollte dazu dienen, sich über seine eigenen Gefühle klar zu werden, sie sollte nicht als Freifahrtschein missbraucht werden. Man kann alleine bleiben, ohne sich als typischer Single zu vermarkten. Fairness und Ehrlichkeit sollte eine Beziehungspause dominieren. Sauber bleiben.

Ein Gespräch über die genauen Bedingungen einer vorübergehenden Trennung ist und bleibt der beste Weg, um sicherzustellen, dass beide Menschen das Beste aus der Pause herausholen, ohne die Beziehung weiter zu belasten.

4. Akzeptiere bitte die Tatsache,

dass eine Auszeit in den meisten Fällen leider oft zur endgültigen Trennung führt. Das soll jetzt keine Schwarzmalerei bedeuten. Meine persönlichen, wie beruflichen Erfahrung zeigen mir allerdings Zahlen, die nicht vom Tisch zu wischen sind. Ich persönlich bin zu der Ansicht gelangt, dass nicht einmal ein gutes Drittel der Paare, die sich in so einem Ausnahmezustand befinden, tatsächlich wieder zusammenkommen, um danach glücklich und zufrieden zu harmonieren.

Wenn eine Pause effektiv sein soll (weil dies ein sehr schwieriges Gebiet ist), müssen gemeinsame Vereinbarungen, Endziele und Timeline-Marker gesetzt werden.  Eine Beziehungspause auf unbestimmte Zeit ist keine klar strukturierte Sache. Ich persönlich finde, dass eine Auszeit von 4 bis wirklich maximal 6 Wochen ausreichend sein sollte, um entweder wieder zueinander zu finden oder endgültig getrennte Wege zu gehen. Alles andere ist emotionale Folter, da durch diese Ungewissheit und den einhergehenden Kontrollverlust, dem Misstrauen, dem Wahnsinn (Fantasie) im eigenen Kopf, Tür & Tor geöffnet wird. Das betrifft insbesondere den Partner, der in diese Auszeit gezwungen wurde, der am meisten darunter zu leiden hat. Was übrigens auch nicht gerade förderlich für die eigene Lebensqualität und dem eigenen Seelenheil ist.

Wenn es Dir schwer fällt, ein offenes Gespräch zu führen, dann rede verdammt nochmal mit einer Vertrauensperson darüber!
Was genau möchtest Du gerade in Deiner Beziehungspause machen und was versprichst Du Dir davon?
Worauf willst Du Dich mit Deiner Frau oder Deinem Mann einigen?
Was würde für euch beide eine Trennung bedeuten?
Es könnte nämlich, wie so oft ein Zeichen dafür sein, dass sich eine Trennung abzeichnet. ..

Fakt ist… Eine Beziehungspause heilt oder repariert nicht. Es friert das Problem lediglich ein, wo es ist, und nichts wird verändert, ausser man ändert sich selbst. Denn wenn beide sich weiter so verhalten, wie zuvor, hat sich auch an dem Problem nichts verändert.

Oft ist es schwierig, selbst nach sehr langer Zweisamkeit, die gegenseitigen Bedürfnisse in Einklang zu bringen. Besonders, wenn Partner sich im Laufe der Jahre unterschiedlich entwickeln, durch Beruf, Freunde, Reife, Lebensumstände etc. Selbst wenn noch eine starke Bindung, die die Beziehung so lange zusammenhielt, vorhanden ist, kann eine Trennung sinnvoller sein, als Dauerfrust. Natürlich ist das immer ein schmerzhafter Prozess, insbesondere wenn noch Gefühle vorhanen sind. Aber es kann auch produktiver sein, sich dem Drang, sich trennen zu wollen, zu widerstehen und sich stattdessen zu bemühen, die Schwierigkeiten gemeinsam zu überwinden. Wer weiss schon im Voraus, ob das Leben hinterher besser wird?

Wenn sich dann herausstellt, dass es hoffnungslos ist, kannst Du wenigstens mit gutem Gewissen gehen, weil Du wenigstens versucht hast, die Beziheung zu retten. 

In diesem Sinne…

Rebound - Beziehung
7 Anzeichen, dass du "den Falschen" datest...

Ähnliche Beiträge